Montag, 6. April 2009

Der Brief... (Kurzkrimi) 2. Teil

Hier kommt der zweite Teil...

Der Brief... (Kurzkrimi) 2. Teil

Dort stand: „Wenn Du diesen Brief erhältst ist bei meinem laufenden Fall etwas schief gegangen. Ich wollte eigentlich nicht, dass Du diesen Brief bekommst, aber es ließ sich leider nicht verhindern. Die Yacht die du auf der Vorderseite erkennen kannst, wollte ich mir am Montagmittag anschauen. Ich hatte gehört, sie soll dann ohne Personal im Hafen vor Anker liegen.
Hier soll der Ehemann meiner Mandantin - Du hast bestimmt schon gesehen, wen ich meine - mit seiner Mätresse sein Quartier bezogen haben. Ich will mich dort einfach mal ein wenig umsehen, ob ich ein paar Indizien finden kann. Leider konnte ich bis jetzt noch keinen Anhaltspunkt finden, ob er wirklich eine Gespielin hat oder nicht. Wie Du weißt, ist dass was ich vor habe ziemlich gefährlich. Bitte hilf mir!“
Stella schaute von dem Geschriebenen auf und musste erst einmal die Gedanken und den Puls ordnen, der zu rasen begonnen hatte. Sicher war das gefährlich. Marie war doch sonst immer so umsichtig. Warum hatte sie ihr nichts gesagt? Sie hätten sich zu zweit an die Lösung des Problems begeben. Sie war einfach völlig verrückt! Wie konnte sie nur auf solche Ideen kommen? Da half es auch nicht, dass sie sich mit diesem Foto und dem Schreiben an Stella wandte. Himmel, fuhr es Stella durch den Kopf, was konnte bis jetzt schon alles passiert sein? Sie konnte und wollte sich dies einfach nicht vorstellen.
Stella überlegte nun einen Augenblick, was zu tun sei. Sie nahm das Foto und ihre Autoschlüssel an sich und ging zum Auto. Als sie beim Hafen angekommen war, lief sie gleich zu dem Teil, in dem die Yachten vor Anker lagen. Der Teil des Hafens war leider nicht gerade sehr klein. Sie würde Hilfe brauchen. Nach einigem Suchen entdeckte sie die Person nach der sie Ausschau gehalten hatte, den Hafenwärter. Dieser saß gemütlich auf einem großen Stein direkt am Wasser und schnitzte an einem Stück Holz. Hin und wieder griff er neben sich und sprach in sein Funkgerät. Stella ging auf ihn zu und fragte: „Kennen sie eigentlich alle Yachten, die im Hafen vor Anker liegen?“
„War das jetzt eine ernste Frage?“ wollte der Angesprochene sichtlich gekränkt wissen.
Stella zog das Foto aus ihrer Jackentasche.
„Können sie mir sagen, wo ich diese Yacht finden kann?“ wollte sie wissen.
Die fast nicht merkliche Veränderung im Gesicht des Hafenwärters hatte Stella doch gesehen. Er schaute besorgt und etwas ängstlich.
„Ich glaube, dazu kann ich ihnen keine Auskunft geben.“ Er stand auf und kehrte ihr den Rücken, während er auf den Container zuging, wo wohl sein Büro war. Stella ließ nicht locker.
„Bitte, sie müssen mir helfen. Es geht um meine Freundin. Ich weiß, dass dies die Yacht, von Herrn Santiago ist. Ich bin mir auch im Klaren darüber, dass sie nichts mit dieser Person zu tun haben wollen, aber meine Freundin ist in ernsthaften Schwierigkeiten. Wir sind Privatdetektivinnen und sie ist gerade mit einem Fall beschäftigt.“
Der Hafenwärter kam ins Grübeln. Er hatte vor ein paar Tagen einem Mädchen in dem Alter der netten jungen Dame, die jetzt vor ihm stand weiter geholfen.
„Kann es ein, dass ihre Freundin am Montagnachmittag ein Treffen mit Herrn Santiago auf dem Boot hatte? Heißt ihre Freundin vielleicht Marie?“
„Ja das ist sie!“ Stella war völlig ungeduldig. Konnte dieser Typ ihr nicht endlich sagen, wo diese blöde Yacht war?
„Die Yacht ankert ein wenig weiter draußen“, er gab ihr ein Fernglas und zeigte Richtung Horizont. „Schauen sie dort drüben, da ist die Yacht. Sie soll aber wohl morgen ablegen. So um die Mittagszeit. Mehr kann ich ihnen leider auch nicht sagen.“
Stella schaute durch das Fernglas auf den Punkt, den der Hafenwärter ihr gezeigt hatte. Das Schiff hatte auf dem Foto so klein ausgesehen. Es hatte aber ein beträchtliches Ausmaß. Stella konnte einige Personen erkennen, die auf dem Boot auf und ab gingen. Wie sollte sie nur unbemerkt auf die Yacht kommen? Kein Wunder, dass Marie aufgeflogen war. Sie war einfach so blauäugig gewesen. Anders konnte Stella sich das nicht erklären. Sie wollte jetzt erst einmal die Bewegungen dort drüben auf dem Schiff beobachten. Sie erklärte dem Hafenwärter die Geschichte, die sich zugetragen hatte. Das Marie verschwunden war und das dies wohl im direkten Zusammenhang mit Herrn Santiago stand. Der Hafenwärter, Herr Siebert, kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Das hätte er der kleinen Person von Montagnachmittag gar nicht zugetraut. Auf die Idee wäre er allerdings auch nicht bei der Dame gekommen, die jetzt gerade in diesem Moment vor ihm stand.
Stella erklärte ihm, dass sie sich das Geschehen dort drüben erst einmal ansehen wollte. Herr Siebert konnte ihr leider keine Angaben machen, um wie viele Personen es sich nun tatsächlich auf dem Schiff handelte. Denn er wusste ja nicht, ob schon alle Personen mal an Land gewesen waren. Seiner Meinung nach waren es mindestens acht.
Sie schaute sich aus mehreren Perspektiven das Geschehen auf dem Schiff an.
Um sechs Uhr abends ging sie dann zu einem Verleih, der „alles für den Taucher“ hatte. Dies sagte jedenfalls das Schild aus, dass sie an der Tür erkennen konnte. Sie ließ sich einen Taucheranzug geben und eine Wasserfeste Tasche, in der sie das Funkgerät unterbringen konnte, dass ihr der Hafenwärter vorsichtshalber mitgegeben hatte. Sie hatte ihm gesagt, dass er um etwa zehn die Spezialtruppe der Polizei alarmieren sollte. Sie hatte ihm den Namen von Herrn Mayer, dem Hauptkommissar, gegeben. Dieser würde Bescheid wissen, wenn Stella ihn nicht persönlich verlangte, dann war sie in Gefahr und er würde auf Herrn Siebert hören.

(Der letzte Teil folgt in den nächsten Tagen... Ein bisschen spannend muss ich es ja schon machen... ;O) )

Wie immer gilt: Kommentare sind erwünscht!

1 Kommentar:

  1. Howdy shortyrose,
    eine wirklich spannende Geschichte und schöner Blog! Besonders deinen selbstgemachten Kalender finde ich super! ;o)
    Lg the Germ

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Vielen Dank fürs Schauen!!! Ich freue mich immer über Kommentare!!!
Liebe Grüße
shortyrose