Freitag, 10. April 2009

Der Brief... (Kurzkrimi) 3. Teil

Und hier der letzte Teil des Krimis...

Wünsche spannende Unterhaltung :O)

Der Brief... (Kurzkrimi) 3. Teil

An einem ruhigen Platz am Ufer zog sie den Anzug an. Das Funkgerät hatte sie sehr leise eingestellt.
Was tat sie hier eigentlich? Sie sollte gleich zur Polizei gehen. Ihr wurde ein wenig schwindelig bei dem Gedanken, dass sie vielleicht erwischt wurde. Doch dieses Gefühl schob sie ganz weit von sich. Daran durfte sie jetzt nicht denken. Schließlich ging es hier um ihre allerbeste Freundin. Sie würde ihren inneren Schweinehund besiegen. Sie ging ins Wasser. Es war zwar Sommer, aber sie sog trotzdem die Luft stark ein, als sie in das kalte Wasser stieg. Sie dachte an den Typ vom Verleih, der ihr zu dem Anzug geraten hatte. Er hatte recht gehabt, es war wirklich kalt.
Mit kraftvollen Zügen schwamm sie auf das Schiff zu. Als sie näher kam, wurde sie leiser. Sie versuchte jeden noch so kleinen Spritzer zu vermeiden. An Land hatte sie sehen können, das die Wachen nicht über das ganze Boot liefen. Beim Heck des Schiffes hatte sie niemanden entdecken können. Dort war es bestimmt möglich an Bord zu gehen. Sie konnte auch beobachten, dass obwohl es nun schon dunkel war, nicht mehr so viele Wachen auf der Yacht herumliefen. Sie hatte zwar keinen Plan, wie sie Marie finden sollte, aber sie würde sie finden, egal wie. Beim Schiff angekommen, kletterte sie über die Planken an Bord. Dies hatte sie nun geschafft. Sie hatte das Gefühl das selbst ihr Atem einfach zu laut war. Sie hoffte, dass Marie nicht unter Deck in einem Raum festgehalten wurde. Sie ging auf ein Fenster zu, welches erleuchtet war. Dort konnte sie einige der zwielichtigen Gestalten sehen, die sie meinte heute Nachmittag mit dem Fernglas beobachtet zu haben. Sie spielten Karten. Wohl zum Zeitvertreib. Sie konnte Marie dort aber nicht sehen. Sie ging ein wenig weiter um auch noch die anderen Fenster in Augenschein nehmen zu können. Da hörte sie über sich einige Stimmen. Sie konnte nicht sehen, wer es war, aber sie konnte hören, was sich die Stimmen zu sagen hatten und das war ein Volltreffer.
„Was ist jetzt eigentlich mit dem Mädchen, was wir am Montag erwischt haben. Hat der Boss irgendetwas gesagt?“
„Nein“, war die Antwort. „Ich glaube, wir nehmen sie mit, wenn wir morgen in Richtung China auslaufen. Was dort mit ihr passiert, dass will ich dann lieben nicht wissen.“
„Was mit der Alten vom Boss passiert will ich aber auch lieber nicht wissen.“
Beide entfernten sich lachend.
Stella lief ein kalter Schauder den Rücken herunter. Sie wollte jetzt auch lieber nicht mehr wissen, was mit ihr geschah, wenn man sie erwischen würde. Dies durfte einfach nicht passieren. Sie ging weiter und fand ein weiteres Fenster, das erhellt war. Hier handelte es sich wohl um ein Lager. Sie schaute auf die Uhr. Sie nahm ihr Funkgerät und flüsterte leise den Namen von Herrn Siebert. Es kam ein Wispern zurück. Sie gab ihm den Auftrag, so schnell wie möglich bei der Polizei anzurufen und ein Trupp auf das Schiff zu schicken. Herr Siebert teilte ihr mit, dass er das schon vor einer Stunde getan hatte und das ihm der Polizist zugesagt hatte, dass er sich sofort darum kümmern würde.
In dem Moment hörte Stella Schritte. Sie zog sich hinter ein Rettungsboot zurück und kauerte sich zusammen. Das Funkgerät schaltete sie aus. Ihr Herz setzte fast aus, als sie die Schritte fast neben sich hören konnte. Dann war es still. Sie hielt den Atem an und lauschte. Sie konnte das anzünden eines Streichholzes vernehmen. Dann wurde ihr diese fast direkt vor die Füße geworfen. Stella konnte gerade noch einen Aufschrei unterdrücken. Die Schritte entfernten sich wieder. Stella erhob sich vorsichtig und konnte die Umrisse einer Person sehen, die sich in Richtung Bug entfernte.
Nun wurde sie aber wieder auf das Lager aufmerksam, dass sie vorhin gesehen hatte. Dort hörte sie ein Wimmern oder war es ein unterdrücktes Schluchzen? Sie ging nochmals auf das Fenster zu und konnte eine Bewegung ausmachen. Sie traute ihren Augen kaum. Die konnte Marie und eine andere Frau sehen, die sie als die Frau von Herrn Santiago erkannte. Beide waren an Händen und Füßen gefesselt und geknebelt. Stella hob die Hand und klopfte vorsichtig an das Fenster. Marie hob sofort den Kopf. Sie schaute hinüber und erkannte Stella wohl, denn sie nickte.
Jetzt überschlugen sich die Ereignisse. Stella konnte sich gerade noch in den Schatten des Rettungsbootes retten. Als ein riesiger Scheinwerfer die Yacht erhellte. Sie hörte einen Hubschrauber und auch mehrere Motorboote. Die Polizei kam an Bord und stellte den Eigentümer, der nun aus dem Schlaf gerissen worden war zur Rede. Stella hörte in ihrem Versteck jedes Wort. Herr Santiago war erbost zu hören, was ihm vorgeworfen wurde. Er wollte gerade ansetzen seinen Gegenüber zusammen zu stauchen, da platzte Stella der Kragen. Sie kam aus ihrem Versteck hervor und ging auf Herrn Mayer zu.
„Herr Hauptkommissar, kommen bitte hier herüber. Marie und Frau Santiago sind hier.“
Der Angesprochene und Herr Santiago schauten verdutzt. Der Polizist ging auf Stella zu und öffnete die Tür. Dort konnte er Marie und Frau Santiago befreien. Herr Santiago versuchte sich derweil mit seinem Anwalt in Verbindung zu setzen.
Stella und Marie schlossen sich in die Arme. Stella lächelte erleichtert: „Ich habe deinen Brief erhalten...!“

Ich habe noch eine weitere Geschichte - auch ein Krimi.

Würde mich sehr freuen, zu lesen, wie Euch der Krimi gefallen hat!!!

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shortyrose