Donnerstag, 2. April 2009

Der Brief... (Kurzkrimi) 1. Teil

Hier der erste von drei Teilen meines ersten Kurzkrimis. Hoffe er gefällt Euch.

Habe nichts gegen Kommentare... :O)

Und los gehts...

Der Brief... (1. Teil)

Marie war jetzt schon zwei Tage verschwunden. Ihre Freundin und Kollegin Stella wurde fast verrückt vor Sorge. In ihrem Beruf war es zwar normal, dass Marie und Stella gelegentlich abtauchen mussten, aber Marie hatte dies nie getan ohne Stella zu sagen, wo sie zu finden war.
Ihr Beruf war sowieso alles andere als ein normales Leben. Marie und Stella gehörte eine Detektei. So war es auch nicht verwunderlich, dass die Polizei die Geschichte noch nicht für ominös hielt. Der Hauptkommissar Herr Mayer, hatte Stella nur vertröstet. Er hatte ihr erklärt, es sei schließlich Maries Beruf Verbrechen Inkognito hinterher zu jagen. Stella hätte dies alles bestimmt nicht beruhigt, wenn sie sich nicht solche Sorgen machen würde. Sie hatte seit zwei Tagen nichts von Marie gehört und das sah dieser überhaupt nicht ähnlich. Sie musste wohl die Nachforschungen auf eigene Faust anstellen.
Als sie vom Polizeirevier zurück kam, leerte sie im Vorbeigehen den Briefkasten der Detektei. Einige Rechnungen, zwei Briefe mit Absendern von Ämtern an die sie Anfragen wegen eines Falls gesendet hatte und einen Brief ohne Absender, fischte sie aus dem Briefkasten. Eine sehr magere Ausbeute. Sie legte die Briefe zur Seite. Erst einmal brauchte sie einen starken Kaffee. Nachdem sie sich eine duftende Tasse Kaffee eingeschenkt hatte, überlegte sie, was sie jetzt als Erstes unternehmen wollte. Wenn die Polizei schon nichts veranlassen wollte Marie zu finden, dann würde sie jedenfalls nicht tatenlos rumsitzen und die Zeit verschwenden, dachte Stella aus Trotz und Überzeugung. Es musste etwas passiert sein. Marie hatte ihr immer gesagt, wo sie zu finden war, wenn diese wegen eines Falls untertauchen musste. Auch wenn sie ihr nicht immer genau sagte, wo sie war, teilte sie ihr zumindest mit, dass sie zum Beispiel für ein paar Tage nicht zu erreichen sei. Es war einfach nur äußerst merkwürdig. Diese Art sah Marie einfach nicht ähnlich. Der Fall mit dem sie zurzeit beschäftigt war konnte warten, hatte Stella beschlossen.
Marie war an einem Fall bei dem es wieder einmal um so eine snobische Ehefrau ging, die ihren reichen Ehemann inflagranti erwischt haben wollte, da sie diesen nicht mehr ertragen konnte. Sie wollte
einfach nur ein paar Millionen einklagen und dann ein ruhiges Leben in Saus und Braus unter der südlichen Sonne.
Wie sollte sie nun anfangen? Sie war zwar schon seit zehn Jahren im Geschäft, aber der Verlust von Marie vernebelte ihr die Sinne.
„Denk nach, Stella, denk nach.“
Sie kam zu dem Entschluss, sich erst einmal die Unterlagen anzusehen.
Sie ging in Maries Büro. Dieses war penibel aufgeräumt. Wie immer, überlegte Stella wehmütig. Marie war die rational denkende der Beiden. Wo konnte sie nur sein? Sie ging an den Aktenschrank und zog sich die Unterlagen heraus. Sie hatten nicht viel darüber gesprochen. Schließlich war so ein Fall ja schon Routine. Sie hatten sich innerhalb von zwei Jahren einen sehr großen Namen gemacht und so kamen hauptsächlich die „Reichen und Schönen“ zu ihnen. Na gut, der Fall war schon ein wenig anders als die Anderen, musste Stella sich eingestehen. Es handelte sich dieses Mal um sehr viel mehr Geld, als bei anderen vergleichbaren Fällen. Sie klappte die Mappe auf und ihr fielen schon fast einige Fotos entgegen. Auf den Fotos sah sie das Gesicht eines Mannes, den sie dort bestimmt nicht erwartet hätte. Der Mann war ein berühmter Waffenhändler. Sie überlegte angestrengt. Sie hatte sich noch gar nicht so sehr über den Fall unterhalten und Marie hatte auch ihr gegenüber den Namen nicht erwähnt. Stella fand die Tatsache, dass sie diesen Menschen dort auf dem Bild sah, doch sehr beunruhigend. Die Polizei hatte zwar auch schon nachgefragt, an welchem Fall Marie gearbeitet hatte, aber darüber hatte Stella keine Auskunft geben können.
Erstens, weil sie es zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht gewusst hatte und zweitens war dies ihr oberstes Gebot. Gegenüber Dritten müssten sie verschwiegen sein. Ansonsten hätte sie es jedenfalls bestimmt nicht so weit gebracht. Sie beschloss mit den Unterlagen unter dem Arm Heim zu fahren. Sie wollte sich die Unterlagen in Ruhe anschauen. Sie schloss den Schrank ab. Aus ihrem Büro holte sie dann nur noch ihre Jacke und die Autoschlüssel und fuhr nach Hause.
Zu Hause angekommen ging sie gleich in ihr Arbeitszimmer. Sie nahm die Unterlagen aus der Mappe und legte sie vor sich auf den Tisch. Auf den Fotos war Herr Santiago zu sehen. Sie waren wohl bei einem Bankett aufgenommen worden. Er trug einen Smoking. Auf einigen Fotos war auch seine zierliche Frau zu sehen. Sie trug ein Abendkleid. Ferner konnte sie noch einige andere Personen ausmachen, die sie auch nicht gerade beruhigten. Manche Fotos waren ein wenig unscharf. Marie war wohl auch auf dem Bankett gewesen. Stella grübelte. Wann hatte Ihre Freundin noch dieses Abendkleid bestellt? Sie war zufällig am Büro vorbei gekommen, als Marie den Verleih-Service angerufen hatte. Dort mussten sie oft solche Kleidung bestellen. Stella hasste diese Aufzüge. Sie kam sich dann irgendwie immer ziemlich affektiert vor. Sie schaute in ihrer Agenda nach der Nummer des Service und rief dort an. Ihr wurde mitgeteilt, dass Marie sich das Kleid für den Freitag vergangener Woche bestellt hatte und dieses auch gleich am Montagmorgen wieder zurück gebracht hatte. Seit Montag war Marie aber weder im Büro noch zu Hause gewesen. Stella hatte am späten Nachmittag bei Marie zu Hause angerufen, weil sie abends ins Kino wollten. Nachdem sich dort nur der Anrufbeantworter meldete, hatte sie es auf dem Handy versucht, doch auch da ging sie nicht dran. Zuerst hatte Stella sich nichts dabei gedacht, aber als sie sie um 23 Uhr immer noch nicht erreichen konnte wurde sie von Stunde zu Stunde unruhiger. Sie hatten sich für acht Uhr abends vor dem Kino verabredet. Stella war auch dort gewesen, aber Marie nicht. Sie war eine Stunde dort geblieben, und hatte gewartet, bis sie aufgab und nach Hause fuhr. Nachts tigerte sie durch ihre Wohnung und konnte nicht schlafen. Heute Morgen war sie dann gleich zu Maries Wohnung gefahren und hatte Sturm geklingelt. Bis auf die neugierige Nachbarin Frau Schmied war aber niemand da. Stella fragte sie, wann sie Marie zum letzten Mal gesehen hatte. Sie hatte dies schweren Herzens getan, da sie wusste wie geschwätzig die alte Dame war. Aber was blieb ihr anderes übrig? Frau Schmied erzählte ihr, dass sie nur gehört hätte, wie Marie früh morgens um sieben das Haus verlassen hatte. Mehr konnte sie nicht besteuern. Aber die neugierige Frage, was mit ihrer jungen Nachbarin wäre, konnte sie sich nicht verkneifen. Stella schaute sie eindringlich an und erklärte ihr, dass sie beiden Meinungsverschiedenheiten gehabt hatten und sie sich bei Marie entschuldigen wollte. Sollte die Alte doch denken, was sie wollte. Hauptsache sie machte nicht gerade die Presse auf die Situation aufmerksam. Das fehlte ihr noch. Die Dame würde für ein Foto in der Presse bestimmt alles tun.
Jetzt saß sie im Büro und grübelte wieder. Ihr fielen die Briefe vom Vortag ein. Sie nahm sie in die Hand. Der Brief ohne Absender war ihr gestern gar nicht so aufgefallen. Sie drehte und wendete ihn. Die Schrift der Adresse war wohl gedruckt worden. Sie sah jedenfalls sehr nach einer Computerschrift aus. Im Briefumschlag war wohl eine Karte oder ein Foto, jedenfalls fühlte er sich ein wenig steif an. Sie nahm den Brieföffner, der vor ihr auf dem Tisch lag und öffnete den Brief vorsichtig. Zum Vorschein kam tatsächlich ein Foto. Dort war eine weiße Yacht zu erkennen. Auf der Rückseite des Fotos war zum Entsetzten von Stella Maries Handschrift zu lesen.

(Fortsetzung folgt in den nächsten Tagen!) :O)

1 Kommentar:

  1. hallöchen...

    hab mich grad mal bei deinen verfolgern eingeschlichen.. ich werd die tage mal deinen roman lesen, bin heut zu nix mehr zu gebrauchen.. lach

    glg, bianca

    AntwortenLöschen

Vielen Dank fürs Schauen!!! Ich freue mich immer über Kommentare!!!
Liebe Grüße
shortyrose